Eine Recherche zeigt: In Europa gelten Tausende Badestellen als sauber, obwohl das Wasser mit Chemikalien belastet ist.
Was ist passiert? Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat Mitte Juni einen Bericht über die Qualität von Badestellen in der EU veröffentlicht. Fast 85 Prozent der mehr als 22.000 untersuchten Stellen bekamen die Bestnote „ausgezeichnet". Grundlage für diese Bewertung sind aber nur zwei Bakterienarten, die im Darm vorkommen. Andere Stoffe wie Schwermetalle, Pestizide oder PFAS – das sind langlebige Industriechemikalien – werden gar nicht geprüft. Die Rechercheorganisation Correctiv hat sich die offiziellen Daten genauer angeschaut und herausgefunden, dass in der EU mindestens 7.866 Badestellen als sauber gelten, obwohl die Gewässer nachweislich mit chemischen Schadstoffen belastet sind. In Österreich, Belgien, den Niederlanden, Schweden, Luxemburg, Lettland und der Slowakei hat sogar keine der erfassten Badestellen einen guten chemischen Zustand erreicht.
