Forscherinnen und Forscher haben herausgefunden, dass die offiziellen Tests für Badegewässer in der EU manche Schadstoffe gar nicht prüfen.

Stell dir vor, du gehst im Sommer an einen See und siehst ein Schild: "Wasserqualität exzellent". Das klingt erstmal super. Doch Recherchen des Portals Correctiv zeigen jetzt: Die Europäische Umweltagentur (EEA) testet das Badewasser bisher nur auf zwei Arten von Fäkalbakterien. Andere Keime und dutzende chemische Stoffe - zum Beispiel PFAS, Arsen oder Pestizide - werden gar nicht geprüft. Und das, obwohl der Behörde die Daten dazu eigentlich vorliegen würden. Das bedeutet: Mindestens 7.866 Badestellen in der EU gelten offiziell als sauber, obwohl in dem Wasser nachweislich Chemikalien gefunden wurden.

In Deutschland sieht es laut Bericht ähnlich aus. Rund 91 Prozent der etwa 2300 Badestellen gelten als "exzellent". Doch Experten sehen das kritisch. Der Toxikologe Hans-Jörg Martin vom Universitätsklinikum Kiel sagt: "Ein Gewässer kann die Grenzwerte von chemischen Stoffen sprengen und dennoch als exzellent eingestuft werden." Das heißt: Die Bewertung ist nicht falsch, aber sie erzählt nur einen Teil der Geschichte. Schaum an Seen oder am Meer kann laut dem Chemiker Markus Große Ophoff besonders viel PFAS enthalten, weil Schaum eine große Oberfläche hat und Schadstoffe anreichert.