Eine Auswertung zeigt, dass vor allem FPÖ-Abgeordnete viel Geld neben ihrem Grundgehalt als Politiker verdienen – und nur eine Frau unter den Topverdienern ist.
Stell dir vor, du bekommst jeden Monat ein fixes Gehalt – und kannst obendrein noch andere Jobs annehmen. Genau so ist es bei den 183 Abgeordneten im österreichischen Nationalrat. Ihr Grundgehalt liegt laut der Nachrichtenagentur APA bei 10.351 Euro pro Monat. Viele von ihnen haben zusätzlich bezahlte Nebenjobs, etwa als Anwältin, Notar oder Manager. Insgesamt wurden 265 bezahlte Nebentätigkeiten gemeldet. 14 Abgeordnete verdienen neben ihrem Abgeordnetengehalt sogar mehr als 12.000 Euro im Monat dazu – das ist eine ganze Menge Geld.
Die Auswertung zeigt: Neun dieser 14 Topverdiener kommen aus der FPÖ. Bei der ÖVP und bei NEOS sind es jeweils zwei, bei der SPÖ nur einer: der Gewerkschafter Franz Jantscher. Bei den Grünen schafft es niemand über 4.000 Euro im Monat an Zusatzverdienst. Spannend ist auch der Blick auf die Geschlechter: Unter den Topverdienern findet sich nur eine einzige Frau – die NEOS-Abgeordnete Karin Doppelbauer. Die SPÖ-Vizeklubchefin Julia Herr kritisierte das mit den Worten: „Im Parlament blockieren, draußen kassieren – das ist der wahre blaue Leistungsgedanke der FPÖ.“ Auch ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti äußerte sich: Er nannte die FPÖ-Abgeordneten „Blaue Gagenkaiser ohne Gegenleistung“ und warf ihnen vor, „unehrlich und scheinheilig“ zu sein.
