In Österreich kümmern sich viele Eltern rund um die Uhr um schwer kranke Kinder, und Expertinnen sagen, dass es viel mehr Entlastungsangebote braucht.

Stell dir vor, dein Tag beginnt jeden Morgen mit zwei Stunden Pflege: Medizin geben, Essen vorbereiten, helfen, sich anzuziehen. Genau so geht es einer Mutter in Wien, die ihren siebenjährigen Sohn mit einem schweren Herzfehler allein versorgt. Sie sagt: „Ich allein trage die Verantwortung.“ Damit sie selbst einmal durchatmen kann, bringt sie ihn zweimal im Monat in ein Tageshospiz, eine Art Tagesbetreuung mit Pflege und Freizeit für schwer kranke Kinder.

Tagsüber gibt es also Anlaufstellen, aber abends und nachts? Fehlanzeige, sagt die Mutter. Auch Arzttermine für sich selbst, ein Konzert oder ein Treff mit Freunden seien oft nicht möglich. Mit der Zeit zerrt das an den Kräften: „Das zehrt. Man hat dann irgendwann keine Energie mehr“, beschreibt sie.