Bundeskanzler Merz und die Koalition wollen, dass Beschäftigte ab dem ersten Krankheitstag zum Arzt gehen müssen – die telefonische Krankschreibung soll abgeschafft werden.

Was ist passiert? Die Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD plant, dass Beschäftigte in Deutschland schon am ersten Tag einer Krankheit eine ärztliche Bescheinigung vorlegen müssen. Bisher reichte das erst ab dem vierten Tag. Außerdem soll es nicht mehr möglich sein, sich telefonisch krankzumelden. Die telefonische Krankschreibung war während der Corona-Pandemie eingeführt worden, um volle Wartezimmer zu vermeiden. Digitale Angebote wie Videosprechstunden sollen aber weiter möglich bleiben.

Wer hilft bzw. mischt sich ein? Viele Hausärztinnen und Hausärzte protestieren lautstark. Markus Blumenthal-Beier, der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbandes, nennt die Pläne "absolut katastrophal". Auch der SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sagt, es gebe in seiner Partei "verständlichen Widerspruch". NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) schlägt vor, dass man erst am zweiten oder dritten Tag zum Arzt geht und die Bescheinigung rückwirkend bekommt. Arbeitsminister Bärbel Bas (SPD) sorgt zudem dafür, dass die ersten sechs Wochen einer Krankheit weiterhin voll bezahlt werden.