An Wiens Schulen werden im nächsten Schuljahr voraussichtlich weniger Kinder extra Deutsch-Unterricht brauchen als noch heuer.

Im Schuljahr 2026/27 sollen nur noch etwa 15.555 Kinder an Wiens Pflichtschulen als „außerordentliche Schülerinnen und Schüler“ gelten – also jene, die dem Unterricht wegen fehlender Deutschkenntnisse nicht richtig folgen können. Das sind ungefähr 18 Prozent weniger als im Jahr davor (18.901). Der Anteil an allen Pflichtschulkindern in Wien sinkt damit laut Bildungsministerium voraussichtlich von 14,81 auf 12,48 Prozent.

Das Ministerium erklärt den Rückgang mit mehreren Ursachen: Viele ukrainische Kinder, die wegen des Krieges nach Österreich gekommen sind, haben ihre Deutschkenntnisse inzwischen verbessert. Außerdem wurden die Förderkurse ausgebaut. Und: Der Familiennachzug wurde gestoppt – das heißt, Familien von bereits hier lebenden Flüchtlingen dürfen gerade nicht nach Österreich nachziehen.

Viele helfen mit, damit die Zahlen weiter sinken. Lehrkräfte geben extra Deutsch-Stunden, das Bildungsministerium unter Christoph Wiederkehr (Neos) plant das zweite verpflichtende Kindergartenjahr, und die Stadt Wien organisiert die Förderung gemeinsam mit den Schulen. Lukas Gahleitner-Gertz von der Asylkoordination sagt, das eigentliche Problem sei, dass sich die Geflüchteten ungleichmäßig auf die Bundesländer verteilen – die meisten leben in Wien. Bettina Emmerling, Wiens Bildungsstadträtin, will die Entwicklung erst nach Schulbeginn bewerten, weil die jetzigen Daten nur vorläufig sind.