Die Wirtschaftskammer Vorarlberg schlägt Alarm: Immer weniger junge Menschen starten eine Lehre, und viele Betriebe klagen über fehlende Grundkenntnisse bei Bewerberinnen und Bewerbern.

Karlheinz Kopf, der Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg, hat klar gesagt, was Sache ist: Er findet, das System der Lehrlingsausbildung ist gerade schwer gefährdet. Eine neue Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) zeigt, warum. Fast 87 Prozent der Lehrbetriebe sagen, dass sie ihre Lehrlinge viel mehr betreuen müssen als früher. Und 62 Prozent meinen, dass sich viele Jugendliche bei der Bewerbung schwer tun – vor allem in Mathe, beim Lesen, im Umgang mit anderen und beim logischen Denken. Das bedeutet: Die Schule bereitet junge Leute aus Sicht der Betriebe nicht gut genug auf den Beruf vor.

Zum Glück passiert gerade etwas: Die Wirtschaftskammer und das ibw suchen das Gespräch mit der Politik, mit Schulen und mit Betrieben. Sie wollen, dass die Pflichtschule stärker auf praktische Fähigkeiten setzt und Jugendliche am Ende der Schulzeit wirklich fit fürs Berufsleben sind. Andrea Petz-Bechter vom ibw sagt, dass die Lehre oft unterschätzt wird – dabei verdienen Lehrabsolventinnen und -absolventen 18 Monate nach der Ausbildung oft genauso viel wie Absolventinnen und Absolventen einer höheren Schule.