Zwei große Pharmaunternehmen wollen in Deutschland weniger investieren als geplant – und machen die Politik dafür verantwortlich.

Was ist passiert? Der US-Konzern Eli Lilly baut gerade in Alzey in Rheinland-Pfalz eine große Fabrik für Medikamente. Eigentlich wollte das Unternehmen dort 2,5 Milliarden US-Dollar investieren und bis zu 1.000 Leute einstellen. Jetzt hat Eli Lilly angekündigt, nur noch etwa die Hälfte, rund 1,25 Milliarden US-Dollar, auszugeben. Auch der Pharma-Konzern Boehringer Ingelheim aus Rheinland-Pfalz stoppt geplante Investitionen in Deutschland in Höhe von 900 Millionen Euro für die Jahre 2027 bis 2030. Beide Firmen sagen: Die Sparpläne der Bundesregierung im Gesundheitswesen machen Investitionen hier weniger attraktiv.

Wer hilft? Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat sofort Kontakt zu den Firmen aufgenommen. Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) sagt, man nehme die Entscheidungen ernst. Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD) nennt die Pläne einen Weckruf für die Bundesregierung. Auch Politiker im Bundestag, wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Schweitzer aus Rheinland-Pfalz, fordern, dass in Berlin umgesteuert wird. Der Bürgermeister von Alzey, Steffen Jung, betont, dass Eli Lilly trotz Kürzungen am Standort festhält und rund 500 Arbeitsplätze entstehen.