Ein Gericht hat den Chef der größten Oppositionspartei in der Türkei abgesetzt, und die Polizei ist in die Parteizentrale eingedrungen.
Stell dir vor: Du wählst deinen Klassensprecher, aber ein Gericht erklärt die Wahl später für ungültig, weil angeblich Stimmen gekauft wurden. Genau das ist in der Türkei passiert – nur auf nationaler Ebene. Özgür Özel, der Vorsitzende der CHP, wurde per Gerichtsurteil abgesetzt. Sein Vorgänger Kemal Kılıçdaroğlu, ein 77-jähriger Politiker, hat den Posten wieder übernommen. Die Polizei stürmte danach mit Schlagstöcken und Tränengas das Parteigebäude in Ankara.
Viele Menschen in der Türkei und internationale Organisationen wie Human Rights Watch sehen das Urteil kritisch. Sie sagen, die Justiz werde von Präsident Erdoğan als Werkzeug benutzt, um die Opposition zu schwächen. Özel und seine Unterstützer wehren sich: Sie haben Berufung eingelegt und rufen zu friedlichen Protesten auf. Özel will einen neuen Parteitag, bei dem die Mitglieder selbst entscheiden können, wer sie führen soll.
