In Ungarn gibt es gerade einen heftigen politischen Streit: Der neue Ministerpräsident Péter Magyar will den amtierenden Präsidenten Tamás Sulyok aus dem Amt drängen – und dafür sogar die Verfassung ändern.

Stell dir vor, in deiner Schule wird ein neuer Schulsprecher gewählt. Der alte Schulsprecher hat aber noch einen Stellvertreter eingesetzt, der jetzt noch im Amt ist. Der neue Schulsprecher findet, dass dieser Stellvertreter nicht mehr tragbar ist, weil er zur alten Schulleitung gehört und zu vielen fragwürdigen Entscheidungen geschwiegen hat. So ähnlich ist die Lage gerade in Ungarn.

Péter Magyar hat im April mit seiner Partei TISZA die Parlamentswahl haushoch gewonnen und ist seit dem 9. Mai Ministerpräsident. Er hat die frühere Regierung von Viktor Orbán abgelöst, die seit 2010 an der Macht war. Orbáns Regierung wurde von vielen dafür kritisiert, dass sie die Demokratie, die Justiz und die Medienfreiheit eingeschränkt hat.