Ein deutscher Politiker ist zurückgetreten, weil er mithilfe einer Leihmutter Vater geworden ist. Nun streiten Politik und Gesellschaft darüber, ob Leihmutterschaft in Deutschland erlaubt werden sollte.
Jens Spahn war lange Zeit Bundesgesundheitsminister und später Fraktionschef der CDU/CSU im Bundestag. Am Samstag ist er von diesem Amt zurückgetreten. Der Grund: Er und sein Mann haben in den USA eine Leihmutter dafür bezahlt, ein Kind für sie auszutragen. In Deutschland ist das verboten. Spahn selbst hatte sich früher gegen Leihmutterschaft ausgesprochen und im Februar auf einem CDU-Parteitag sogar mit dafür gestimmt, das Verbot zu bekräftigen. Viele fanden diesen Widerspruch problematisch.
Britta Haßelmann von den Grünen sagt, dass der Bundestag jetzt neu über das Thema reden soll. Es gibt nämlich schon eine Kommission, die sich mit Fortpflanzungsmedizin beschäftigt hat. Sie hat im April 2024 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Darin steht, dass Leihmutterschaft in sehr engen Grenzen vielleicht erlaubt werden könnte – zum Beispiel nur, wenn es keine bezahlte Leihmutterschaft ist und die Leihmutter die Wunscheltern gut kennt. Wichtig sei vor allem, dass die Leihmutter geschützt wird und es dem Kind gut geht. Auch Helmut Frister vom Ethikrat sagt: "Und es ist ein bisschen so, dass die gesamte Gesellschaft da das Problem ins Ausland verlagert." Er meint: Viele Menschen weichen einfach ins Ausland aus, weil es bei uns verboten ist.
