Eine neue Studie aus der Schweiz zeigt: Extreme Überschwemmungen in den Alpen werden wahrscheinlich häufiger und stärker – weil heftiger Regen zunimmt.
Stell dir vor, ein Fluss tritt über die Ufer – so stark, dass so ein Ereignis im Schnitt nur einmal in hundert Jahren vorkommt. Genau das nennt man ein Jahrhunderthochwasser. Forscher um Paul Astagneau vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF haben nun herausgefunden: Solche Extreme könnten in den Alpen bald alle 45 bis 80 Jahre auftreten, also fast doppelt so oft.
Der Grund ist einfach erklärt: Wärmere Luft kann mehr Wasser speichern. Wenn es dann regnet, fällt dieser Regen oft viel stärker aus als früher. Pro Grad Erwärmung wird stündlicher Starkregen laut der Studie rund sieben Prozent stärker. Das übertrifft den Effekt, dass in den Bergen weniger Schnee schmilzt – darum werden extreme Hochwasser häufiger.
Für die Schweiz hat das große Bedeutung. Behörden und Kantone nutzen das sogenannte HQ100 als Planungswert, etwa beim Bauen in Überschwemmungsgebieten. Diese Pläne müssen nun regelmäßig aktualisiert werden, weil die alten Annahmen nicht mehr stimmen.
