In Österreich bekommen viele Frauen erst spät mit, dass sie HIV haben – Expertinnen erklären, woran das liegt.
Stell dir vor, du gehst zur Ärztin oder zum Arzt und merkst: Eigentlich wäre ein HIV-Test sinnvoll, aber niemand spricht das Thema an. Genau das passiert laut Expertinnen in Österreich gerade bei Frauen häufig. Das durchschnittliche Alter der Menschen, die wegen HIV in Behandlung sind, ist zwischen 2002 und dem Vorjahr von rund 39 auf über 51 Jahre gestiegen – das liegt auch daran, dass viele Infektionen erst spät entdeckt werden, vor allem bei Frauen.
Ein Grund: Frauen denken oft nicht, dass sie zur Risikogruppe gehören könnten. Auch Ärztinnen und Ärzte sprechen das Thema nicht immer von sich aus an. Katharina Grabmeier-Pfistershammer vom AKH Wien sagt deshalb: HIV-Tests sollten zur Routine werden, genauso wie andere Vorsorgeuntersuchungen auch. So müssen sich Patientinnen und Patienten nicht selbst darum kümmern oder sich dafür rechtfertigen.
