China baut riesige Solar- und Windparks, doch das Stromnetz kann den vielen Ökostrom oft gar nicht zu den Verbrauchern transportieren – das zeigt eine neue Analyse.
Stell dir vor, du hast einen riesigen Wasserhahn, aber nur einen dünnen Schlauch: Genau so ergeht es China gerade. Das Land baut weltweit die meisten Solar- und Windparks. Allein aktuell entstehen Anlagen mit 262 Gigawatt Solarleistung und 251 Gigawatt Windleistung. Zum Vergleich: So viel Strom könnten die neuen Windanlagen pro Jahr erzeugen, wie Deutschland 2025 insgesamt aus allen Quellen produziert hat. Doch das Stromnetz schafft es nicht, diese Mengen über lange Strecken dorthin zu bringen, wo Menschen und Fabriken sie brauchen. Folge: Immer öfter wird Ökostrom einfach gedrosselt, weil das Netz keinen Platz hat.
Experten sagen, nur etwa ein Fünftel des Stroms, der über die großen Höchstspannungsleitungen fließt, stammt aus Solar und Wind. Der Rest kommt vor allem aus Kohlekraftwerken. China setzt daher stark auf Batteriespeicher: Im ersten Quartal wurden 23 Gigawattstunden neue Speicherkapazität installiert – ein Plus von 205 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutschland schaffte im selben Zeitraum nur 2 Gigawattstunden. Der KI-Boom und der Fünfjahresplan bis 2030 sollen den Ausbau weiter antreiben. Fachleute halten es sogar für möglich, dass China sein Ziel, bis 2030 über 50 Prozent der Stromkapazität aus Sonne und Wind zu decken, schon dieses Jahr erreicht.
