An einer Essener Gesamtschule, an der über 90 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund haben, hat mehr als die Hälfte einer Klasse das Abitur geschafft.
An der Frida-Levy-Gesamtschule in Essen, direkt am Hauptbahnhof, lernen rund 1.300 Schülerinnen und Schüler. Über 90 Prozent von ihnen haben einen Migrationshintergrund. In der Klasse 10c kommen die 25 Jugendlichen aus 16 verschiedenen Ländern. Nur ein einziges Mädchen hat keinen Migrationshintergrund. Als diese Schüler in der fünften Klasse waren, hatte fast niemand von ihnen die Noten fürs Gymnasium. Jetzt, in der zehnten Klasse, haben 13 von 25 die Noten fürs Abitur geschafft. Damit liegen sie weit über dem bundesweiten Durchschnitt: In ganz Deutschland haben 2024/2025 nur etwa 11 Prozent der Schüler ohne deutschen Pass das Abitur gemacht.
Im WDR-Bericht erzählen drei Schüler ihre Geschichte. Bilal ist 16 und hat die Abi-Noten geschafft. Seine Eltern sind verstorben, sein Vater vor etwa zwei Jahren. Er sagt, die Schule habe ihn aufgefangen. „An denen nehme ich mir ein großes Vorbild", sagt er über seine Lehrer – und: „Ich möchte Lehrer werden." Jad ist mit seiner Familie vor zehn Jahren aus Syrien geflohen. „Meine Eltern sind damals extra für uns aus Syrien geflüchtet und hierhergekommen. Um uns eine Zukunft zu sichern." Er hat die Qualifikation für die Oberstufe erreicht. Ofa kommt aus Kamerun und wechselt nach den Sommerferien auf ein Gymnasium, weil er dort einen Informatik-Leistungskurs belegen kann. Er sagt: „Wenn wir harte Arbeit investieren und darum kämpfen, denke ich, dass wir den Chancenunterschied zunichtemachen können."
