Forschende arbeiten daran, Therapien an die Biologie jedes einzelnen Menschen anzupassen, damit Behandlungen besser wirken und weniger Nebenwirkungen haben.

Stell dir vor, du hast eine Erkältung und dein Freund hat genau dieselbe Erkältung, aber das gleiche Medikament wirkt bei euch unterschiedlich. Genau damit beschäftigt sich die Präzisionsmedizin. Sie schaut sich Gene, Blutwerte und andere Körperdaten an, um herauszufinden, welche Behandlung am besten zu dir passt, und nicht zu einem Durchschnittspatienten.

Seit das menschliche Genom zu Beginn des Jahrtausends entschlüsselt wurde, wissen Forscherinnen und Forscher viel mehr über die kleinen Unterschiede zwischen uns. In der Krebsmedizin bedeutet das zum Beispiel, dass Tumore heute nicht mehr nur nach ihrem Ort im Körper eingeteilt werden, sondern nach den genetischen Veränderungen, die sie antreiben. So können Ärztinnen und Ärzte Medikamente auswählen, die genau diese Mutation angreifen, statt eine Standardchemotherapie zu geben, die alles trifft. Bei Diabetes arbeiten Forschende daran, fünf Untertypen zu unterscheiden, um die Therapie genauer auf die Betroffenen zuzuschneiden. Bei der Mukoviszidose, einer seltenen Erbkrankheit, gibt es rund 2.000 bekannte Mutationen in einem einzigen Gen, die in sechs Klassen eingeteilt werden und unterschiedliche Therapien brauchen.