Der Bundestag hat ein großes Sparpaket für die Krankenkassen beschlossen – Ärzte, Kommunen und Hamburgs Bürgermeister halten das für falsch.

Was ist passiert? Der Bundestag hat am Freitag ein Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung beschlossen. Damit soll eine Lücke von 18,8 Milliarden Euro geschlossen werden, damit die Beiträge 2027 nicht weiter steigen. Geplant sind Ausgabenbremsen bei Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken und der Pharmaindustrie. Versicherte müssen bei Medikamenten mehr zuzahlen, und die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern wird eingeschränkt. Auch der Bundesrat hat das Gesetz am selben Tag durchgewunken.

Wer hilft oder kritisiert? Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nennt den Beschluss eine „Fehlleistung der Bundesregierung“. Er sagt: versicherungsfremde Leistungen – also Dinge, die eigentlich der Staat bezahlen sollte – werden allein den Beitragszahlern aufgedrückt. Auch der Hausärzteverband, die Landkreise und die Psychotherapeuten laufen Sturm. Sie fürchten, dass Praxen schließen, Kliniken in finanzielle Probleme rutschen und Patienten – vor allem auf dem Land und bei psychischen Erkrankungen – noch länger warten müssen.

Was kannst du tun? Du kannst die Diskussion aufmerksam verfolgen: Welche Wartezeiten gibt es bei Therapeuten in deiner Region? Welche Praxis in deiner Nähe nimmt noch neue Patienten? Wenn du dich für Politik interessierst, kannst du dich bei Jugendorganisationen der Parteien oder beim Jugendring informieren, wie Gesundheitspolitik gemacht wird. Und wenn du selbst oder jemand in deinem Umfeld dringend einen Therapieplatz braucht: Sucht frühzeitig Hilfe, etwa bei der Krankenkasse, der Schulsozialarbeit oder der Nummer gegen Kummer (116111).