Die Menschen in Armenien haben ein neues Parlament gewählt – und damit auch über den Kurs ihres Landes zwischen der EU und Russland entschieden.

Was ist passiert? In Armenien, einem kleinen Land zwischen Europa und Asien, waren am Sonntag rund drei Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. Es ging um ein neues Parlament, aber eigentlich um eine große Frage: Soll das Land weiter auf die EU zugehen oder sich stärker an Russland halten? Regierungschef Nikol Paschinjan setzt seit 2018 auf einen prowestlichen Kurs und will mit seiner Partei Bürgervertrag weiterregieren. Bis zum Mittag hatten erst knapp 15 Prozent ihre Stimme abgegeben, die Wahlbeteiligung war also noch niedrig. Es kam außerdem zu Festnahmen wegen angeblichen Stimmenkaufs, und in der Stadt Gjumri wurde das Büro einer prorussischen Oppositionspartei durchsucht.

Wer hilft? Die OSZE, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, hat eine Beobachtermission geschickt. Ihre Leiterin Farah Karimi sprach von einer „beunruhigenden Polarisierung des Wahlkampfs" – also von viel Streit und harten Vorwürfen zwischen den Lagern. Die Wahlkommission in Armenien zählt die Stimmen aus und prüft, ob alles fair gelaufen ist.