Der deutsche Außenminister Johann Wadephul reist durch Afrika und spricht in Nigeria über Wirtschaft, Energie und Sicherheit.

Stell dir vor, du hast ein Nachbarland, das doppelt so viele Leute hat wie dein eigenes Land – und das voll mit jungen Leuten ist, die Ideen für neue Technik haben. Genau so ein Land ist Nigeria: über 240 Millionen Menschen, viele Start-ups und große Energievorkommen. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul war jetzt dort und hat mit Politikern, Influencern, einem Musiker und einer Filmemacherin gesprochen. Er sagt: "Von diesem Unternehmergeist können wir in Europa und in Deutschland viel lernen."

Wadephul ist der Chef der deutschen Diplomatie und gehört zur CDU. Er ist gerade auf einer viertägigen Reise durch Afrika, erst in Mauretanien, dann Nigeria und am Ende Südafrika. Wirtschaftsvertreter aus Deutschland sind mit dabei. In Lagos, der größten Stadt Nigerias, ging es vor allem um drei Themen: Energie, neue Technik und Sicherheit.

Nigeria ist nicht irgendein Land: Es ist Afrikas größter Ölproduzent. Allein im Juni kam ein Viertel des Kerosins, das nach Europa geliefert wurde, aus Nigeria. Außerdem gibt es dort viele Tech-Start-ups, also junge Firmen, die Software oder Internetdienste entwickeln. Rund 80 deutsche Firmen sind schon in Nigeria aktiv, zum Beispiel bei erneuerbaren Energien und Wasserstoff.

Aber es geht nicht nur um Geschäfte. Wadephul will auch, dass Deutschland in Afrika mehr Verantwortung übernimmt – zum Beispiel gegen Terror und Fluchtursachen. In Mauretanien, das er vorher besucht hat, soll die Bundeswehr nächstes Jahr beim Training helfen. Mauretanien gilt als ziemlich stabiles Land mitten in einer Region, die oft von Krisen betroffen ist. Wadephul nannte es einen "Stabilitätsanker in der Region".