Bei Volkswagen werden womöglich vier Werke in Deutschland geschlossen und bis zu 100.000 Jobs weltweit gestrichen, doch Beschäftigte und Gewerkschaft wehren sich.

Was ist passiert? Beim Autobauer Volkswagen läuft es gerade nicht gut. Der Vorstand will viel Geld sparen und hat dem Aufsichtsrat, also dem Kontrollgremium des Konzerns, einen großen Plan vorgestellt. Nach Medienberichten sollen vier Werke in Deutschland dichtmachen: Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm. Außerdem könnten weltweit bis zu 100.000 Stellen wegfallen, das ist etwa jeder siebte Job im Konzern. Grund sind hohe Kosten und eine schwächere Nachfrage nach Autos, vor allem in Europa. Der Konzernchef Oliver Blume sagt, Volkswagen solle "schneller, robuster und wettbewerbsfähiger" werden.

Wer hilft? Die IG Metall, die Gewerkschaft der Metall- und Elektroindustrie, kämpft für die Beschäftigten. Sie hat an 18 VW-Standorten in Deutschland zu Protesten aufgerufen. In Emden kamen nach Gewerkschaftsangaben rund 1.500 Menschen zusammen, in Wolfsburg demonstrierten Beschäftigte mit Tröten und Sirenen vor dem Vorstandshochhaus. Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo und IG-Metall-Chefin Christiane Benner führen die Proteste an. Auch die Politik hilft mit: Niedersachsen, wo viele VW-Werke stehen, ist mit 20 Prozent am Konzern beteiligt und lehnt Werksschließungen ab. Ministerpräsident Olaf Lies sitzt im Aufsichtsrat und kann dort mitreden.