An der Freien Universität in Berlin hat man an ein besonderes Projekt erinnert: In den 1970er Jahren gab es dort eine Uni nur für Frauen – und zwar ohne Männer.

Stell dir vor, du gehst auf eine Uni und alle Teilnehmenden sind Frauen – keine Männer im Raum. Genau das hat es zwischen 1976 und 1983 an der Freien Universität Berlin gegeben. Sieben Mal fand die Sommeruniversität statt. Beim ersten Mal kamen 3.000 Frauen aus ganz Deutschland, später sogar 7.000 bis 8.000.

Die Reihe hieß ursprünglich „Männer verboten“. Organisiert haben sie Dozentinnen, also Lehrende an der Uni. Sie wollten einen Ort schaffen, an dem Frauen frei lernen und diskutieren konnten. Denn damals waren die Unis sehr von Männern geprägt: Professorinnen gab es kaum und sexualisierte Gewalt war eher normal.

Mit der Zeit wurde die Reihe bekannt. Sogar Alice Schwarzer, eine wichtige Feministin in Deutschland, hat mitgemacht. Aber nicht alle fanden das gut: Die Berliner Bildungsverwaltung dachte zum Beispiel, dass Themen wie Selbstuntersuchung oder Liebe zwischen Frauen eine „Gefahr für die Sittlichkeit“ seien.