Die USA haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) dazu gedrängt, eine aktivere Rolle im Krieg gegen Iran einzunehmen. Dies geht aus aktuellen Berichten hervor, die von mehreren Quellen bestätigt wurden.
Militärische Lage und US-Forderungen
Die VAE sind seit Kriegsbeginn eines der Hauptziele iranischer Angriffe. Besonders der Angriff auf das Atomkraftwerk Barakah wurde von der Regierung in Abu Dhabi scharf verurteilt. Das Außenministerium der VAE bezeichnete die Attacke als "gefährliche Eskalation und inakzeptablen Akt der Aggression". Trotz der wiederholten Angriffe haben die VAE bisher auf größere militärische Gegenmaßnahmen verzichtet.
Vertreter der US-Regierung haben die VAE nun aufgefordert, nicht nur defensiv zu agieren, sondern auch offensiv vorzugehen. Laut dem britischen Telegraph schlugen Mitarbeiter des US-Präsidenten vor, die VAE sollten die strategisch wichtige Ölinsel Lavan besetzen. Die Insel war bereits Anfang April Ziel geheimer Luftangriffe der VAE.
Regionale Machtverhältnisse und Herausforderungen
Mit rund 65.000 Soldaten verfügen die VAE über eine der kleineren Armeen im Nahen Osten. Iran hingegen hat zehnmal so viele Soldaten unter Waffen und ist flächenmäßig fast viermal so groß wie der Irak. Guido Steinberg, Islamwissenschaftler der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, hält eine offene Beteiligung der VAE am Krieg für möglich, aber nur in enger Abstimmung mit den USA. "Die Eroberung einzelner Inseln aus der Luft oder vom Meer aus wäre für die Truppen der VAE durchaus machbar", so Steinberg. Allerdings bräuchten die VAE dann den Schutz der US-Streitkräfte gegen iranische Raketen und Drohnen.