In Ungarn plant die Regierung, dass Abgeordnete nur noch zwölf Jahre lang im Parlament sitzen dürfen – die neue Regelung soll ab der Wahl 2030 gelten.

Du hast vielleicht mitbekommen, dass in Ungarn gerade über neue Regeln für das Parlament diskutiert wird. Ministerpräsident Péter Magyar hat angekündigt, dass Abgeordnete in Zukunft nur noch maximal zwölf Jahre im Parlament sitzen dürfen. Diese Regelung soll Teil einer großen Verfassungsänderung sein, über die das Parlament noch entscheidet.

Was bedeutet das konkret? Wenn du Abgeordneter bist, darfst du nach zwölf Jahren nicht mehr für einen Sitz im Parlament kandidieren. Die neue Regelung würde aber erst ab der nächsten regulären Wahl im Jahr 2030 gelten. Das Parlament, das im April 2026 gewählt wurde, ist also noch nicht betroffen. Die jetzigen Abgeordneten können ihre Arbeit also ganz normal fortsetzen.

Eine spannende Frage ist: Wen würde diese Regelung eigentlich treffen? Besonders betroffen wäre der frühere Ministerpräsident Viktor Orbán. Er war seit 1990 ununterbrochen Abgeordneter und hätte damit schon lange vor 2030 die Zwölf-Jahres-Grenze überschritten. Orbán war von 1998 bis 2002 und von 2010 bis zum Frühjahr 2026 Regierungschef, wurde aber bei der Wahl im April 2026 abgewählt.