In Ungarn ist ein Machtkampf zwischen der Regierung und dem früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán ausgebrochen.
Was ist passiert? Die neue Regierung unter Ministerpräsident Peter Magyar hat mit einer Verfassungsänderung den Präsidenten Tamas Sulyok abgesetzt. Sulyok galt als Verbündeter von Orbán. Orbán hat daraufhin auf einer Pressekonferenz gesagt, in Ungarn herrsche jetzt ein „autoritäres Regime“, und seine Anhänger zum „nationalen Widerstand“ aufgerufen. Er sprach davon, dass „in Ungarn wieder das Zeitalter der Tyrannei begonnen“ habe.
Wer hilft? In Ungarn gibt es demokratische Institutionen: das Parlament, die Staatsanwaltschaft und Gerichte. Die EU hat in der Vergangenheit rechtsstaatliche Mängel kritisiert und Gelder eingefroren. Auch innerhalb des Landes gibt es Stimmen, die für einen friedlichen Dialog eintreten, etwa die Schach-Großmeisterin Judit Polgar, die für das Präsidentenamt vorgeschlagen, aber selbst abgelehnt hat. Sie will einen „neuen, unabhängigen und angesehenen Präsidenten“ unterstützen.
Was kannst du tun? Informiere dich aus seriösen Quellen über die Hintergründe, zum Beispiel über die Aufgaben des Präsidenten und die Rolle des Parlaments. Du kannst mit Freunden und in der Schule über Demokratie, Gewaltenteilung und den Umgang mit politischen Konflikten diskutieren. Respektvolle Debatte ist der beste Weg, auch wenn die Stimmung in einem Land einmal rauer wird.
