Die italienische Großbank UniCredit will die Commerzbank übernehmen und hat sich deshalb an die deutsche Finanzaufsicht BaFin gewandt, weil sie dem Vorstand der Commerzbank vorwirft, das Übernahmeverfahren zu stören.
Was ist passiert? UniCredit aus Mailand will einen großen Teil der Commerzbank kaufen, die ihren Sitz in Frankfurt hat. Zum 12. Juni hatten Aktionäre etwa 11,86 Prozent der Commerzbank-Anteile in das Übernahmeangebot eingereicht. UniCredit sagt, sie halte damit insgesamt deutlich über 30 Prozent an der Commerzbank. Die Commerzbank sagt aber, das Angebot sei zu schlecht, weil der gebotene Preis deutlich unter dem aktuellen Aktienkurs liege. Das Ganze läuft noch bis zum 16. Juni – dann endet die Frist, in der Aktionäre ihre Anteile andienen können.
Wer hilft? Die BaFin ist die Finanzaufsicht in Deutschland. Sie achtet darauf, dass Übernahmen fair ablaufen und dass alle Aktionäre die gleichen Informationen bekommen. UniCredit hat die BaFin jetzt gebeten, sich die Aussagen des Commerzbank-Vorstands genauer anzuschauen. Die Commerzbank wiederum hat bei der BaFin auf einen auffälligen Anstieg von Wertpapierleihe-Geschäften hingewiesen, also auf Fälle, in denen Aktien kurzfristig verliehen werden, um Übernahmen zu erleichtern.
