Der 51-jährige Clemens Pig wird neuer Generaldirektor des ORF und tritt sein Amt am 1. Januar 2027 an.
Stell dir vor, du wählst einen neuen Kapitän für ein großes Schiff – genau so etwas ist gerade beim ORF passiert, dem größten Fernsehsender Österreichs. Nach einer 15 Stunden langen Sitzung hat der Stiftungsrat, also das Aufsichtsgremium des Senders, Clemens Pig zum neuen Generaldirektor gewählt. 21 von 35 Mitgliedern haben für ihn gestimmt. Er bekam also eine deutliche Mehrheit. Bevor die Entscheidung fiel, gab es allerdings viel Streit, vor allem in der ÖVP: Manche wollten Pig, andere nicht. Der bisherige Chef Roland Weißmann war schon vorher entlassen worden, zwei weitere Manager mussten ebenfalls gehen.
Clemens Pig kommt von der APA, das ist die Austria Press Agency, eine große Nachrichtenagentur. Dort war er Geschäftsführer. Er ist 51 Jahre alt und kennt die Medienwelt in Österreich sehr gut. Schon vor seiner Wahl hatte er gesagt, dass er den ORF näher an die sogenannte „demokratische Mitte“ bringen will – also zu einem Programm, das alle Menschen in Österreich anspricht, vom Dorf bis zur Großstadt, von jung bis alt. Auf die Frage, ob er ein Kandidat der Regierung sei, sagte er klar: Nein, er habe niemandem Versprechen gegeben und auch keine bekommen. Trotzdem hatte der ÖVP-Generalsekretär seinen Namen öffentlich genannt, was den Eindruck erweckte, Pig sei der Wunschkandidat der Politik.
