Der ORF, also Österreichs größter öffentlich-rechtlicher Sender, hat einen neuen Generaldirektor gewählt: Clemens Pig tritt den Job 2027 an.

Der ORF ist das größte Medienunternehmen Österreichs. Er macht mehrere Fernsehprogramme, zwölf Radioprogramme und eine große Internet-Seite mit Nachrichten. Insgesamt arbeiten rund 4.000 Leute dort. Nach rund 15 Stunden Sitzung hat der Stiftungsrat – das ist der Aufsichtsrat des Senders – Clemens Pig zum neuen Generaldirektor gewählt. Er ist 52, kommt aus Tirol und war vorher zehn Jahre Chef der Nachrichtenagentur APA, also der Firma, die in Österreich Nachrichten an Zeitungen, Radio und Fernsehen liefert. Er ist übrigens der erste ORF-Chef seit vielen Jahren, der nicht schon vorher im Sender gearbeitet hat.

Warum gibt es Ärger? In Österreich regieren seit etwa einem Jahr die ÖVP, die SPÖ und die NEOS zusammen. Zeitungen haben berichtet, dass sich diese drei Parteien vorher schon darauf geeinigt hatten, dass die ÖVP den ORF-Chef vorschlagen darf. Schon Wochen bevor die Bewerbungsfrist offiziell zu Ende war, stand deshalb in Boulevard-Zeitungen, Pig sei der Wunschkandidat. Ein Mitglied des Stiftungsrats, das der FPÖ nahesteht, fand das nicht fair und nannte die Auswahl „ausgepackelt". Er will die Wahl anfechten.