Die Türkei und Nordzypern haben sich auf den Bau einer Gaspipeline geeinigt, die Erdgas unter dem Mittelmeer transportieren soll.

Was ist passiert? Die Türkei und Nordzypern haben ein Abkommen für eine Unterwasser-Gaspipeline unterzeichnet. Sie soll 97 Kilometer lang werden und türkisches Erdgas in den Nordteil der Insel Zypern bringen. Vizepräsident Cevdet Yılmaz nannte das Projekt „historisch". Nach Angaben des türkischen Senders TRT soll die Leitung im Jahr 2028 fertig sein. Die international anerkannte Regierung in Nikosia kritisiert das Vorhaben jedoch scharf, weil es die Teilung der Insel aus ihrer Sicht vertieft. Nordzypern wird weltweit nur von der Türkei als eigener Staat anerkannt.

Wer hilft oder vermittelt? Eine direkte Vermittlung im Konflikt ist in den Meldungen nicht beschrieben. Energieminister Alparslan Bayraktar erklärte, die Türkei sehe die Energieversorgung Nordzyperns als Teil der eigenen Sicherheit. Die Regierung in Nikosia kritisiert das Projekt und sieht darin den Versuch, Fakten zu schaffen. Diplomatische Gespräche zur Zukunft der Insel laufen seit Jahrzehnten, bleiben aber schwierig.