Die Regierung will das Gesetz ändern, das dir erlaubt, Dokumente vom Staat zu lesen – viele finden das problematisch.

Stell dir vor, du willst wissen, was deine Schule oder ein Ministerium wirklich entscheidet. Dafür gibt es in Deutschland ein Gesetz: das Informationsfreiheitsgesetz, kurz IFG. Es erlaubt dir, beim Staat Dokumente anzufragen, ohne einen Grund zu nennen. Im letzten Jahr haben rund 19.000 Menschen und Organisationen das getan. Jetzt plant die Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD, dieses Gesetz stark zu verändern. So sollen zum Beispiel nur noch Einzelpersonen anfragen dürfen, und sie müssen ein „berechtigtes Interesse" nachweisen. Außerdem soll die Gebühr für Anfragen nicht mehr bei 500 Euro gedeckelt sein.

Viele Menschen finden diese Pläne falsch. Transparency International, die Organisation FragDenStaat, der Deutsche Journalisten-Verband und Politikerinnen der Grünen und der Linken sagen: Das schwächt die Pressefreiheit und macht es schwerer, Missstände aufzudecken. Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz spricht von einem „krassen Rückschritt hinter mühsam erkämpfte Bürgerrechte". Auf der anderen Seite sagt die Regierung, das Gesetz solle „verständlicher und transparenter" werden, zum Beispiel mit strengeren Regeln für Sicherheitsthemen.