Politikerinnen, Politiker und Wirtschaftsverbände streiten darüber, ob Minijobs in Deutschland abgeschafft werden sollen oder nicht.

Seit 2003 gibt es in Deutschland die Möglichkeit eines Minijobs. Das ist ein Job, bei dem du im Monat höchstens 603 Euro verdienst. Viele Menschen arbeiten so zum Beispiel in der Gastronomie, im Einzelhandel oder in der Landwirtschaft. Eine Regierungskommission hat jetzt vorgeschlagen, diese Jobs abzuschaffen und stattdessen alle Beschäftigten in die normale Rentenversicherung einzubezahlen. So sollen sie später eine bessere Rente bekommen.

CSU-Chef Markus Söder hat im Interview mit der Augsburger Allgemeinen gesagt: „Die Minijobs bleiben.“ Er findet, dass eine Abschaffung vielen Branchen schaden würde. Auch große Wirtschaftsverbände wie der Handelsverband Deutschland, der Hotel- und Gaststättenverband und der Arbeitgeberverband der Land- und Forstwirtschaft haben einen Brandbrief an die Bundesregierung geschrieben. Sie warnen, dass ohne Minijobs viele Betriebe Probleme bekommen würden.

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht das anders. Die Vorsitzende Michaela Engelmeier sagt, dass vor allem Frauen benachteiligt sind, weil sie wegen fehlender Kinderbetreuung oft nur Teilzeit oder Minijobs machen können. Sie fordert, dass Minijobs in die Rentenversicherung einbezogen werden, damit Beschäftigte später nicht in Altersarmut rutschen. Söder nennt als wichtigste Rentenreformen die Abschaffung der „Rente mit 63“ und den Einstieg in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge.