Wissenschafter aus ganz Österreich haben sich in einem offenen Brief an die Landesregierung gewandt, weil sie mit der Besetzung eines wichtigen Gremiums nicht einverstanden sind.
Was ist passiert? In Niederösterreich gibt es seit Anfang des Jahres eine neue Beobachtungsstelle für radikalen Islam. Sie soll erkennen, wenn sich Menschen radikalisieren - also wenn sie anfangen, extreme Ansichten zu vertreten. Diese Beobachtungsstelle hat einen wissenschaftlichen Beirat, also ein kleines Expertengremium, das sie beraten soll. 18 bekannte Wissenschafterinnen und Wissenschafter - vor allem Islam- und Religionsforscher - haben jetzt einen Brief an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner geschrieben. Sie sagen: In dem Beirat sitzt keine einzige Person, die sich wirklich mit Islam auskennt. Das finden sie "befremdlich" und problematisch.
Wer hilft? Genau diese 18 Forschenden. Darunter sind Rüdiger Lohlker, ein bekannter Islamwissenschafter, sowie Lukas Pokorny aus Wien und Franz Winter aus Graz, die beide Religionswissenschaft leiten. Auch die Universität Salzburg und die Donau-Universität Krems sind mit Expertinnen vertreten. Sie schlagen nicht nur Kritik vor, sondern auch konkrete Lösungen: Das Gremium soll neu zusammengesetzt werden und Leute mit echtem Fachwissen aufnehmen. So könnte die Arbeit der Beobachtungsstelle wirklich seriös werden.
