Ein ehemaliger Verteidigungsminister kritisiert den Plan der Regierung, den Wehrdienst bei sechs Monaten zu lassen, scharf – und fordert eine andere Lösung.
In Österreich wird seit Monaten über den Wehrdienst diskutiert. Die Regierung hat sich nun offenbar auf einen Kompromiss geeinigt: Junge Männer sollen weiterhin sechs Monate Grundwehrdienst leisten und danach für etwa drei Monate Milizübungen machen. Das Modell wird '6+3' genannt.
Thomas Starlinger war früher Verteidigungsminister und kennt das Bundesheer gut. Er sagt, sechs Monate Grundwehrdienst reichen nicht aus, um Soldaten und Soldatinnen auf schwierige Einsätze vorzubereiten. Er warnt, das sei 'höchst verantwortungslos'.
Starlinger schlägt stattdessen das Modell 'Österreich Plus' vor: acht Monate Grundwehrdienst plus zwei Monate Übungen. Dieses Modell wurde auch von einer Expertenkommission empfohlen.
Auch andere Politikerinnen und Politiker äußern Kritik. Die FPÖ wirft der Regierung 'verantwortungsloses Taktieren' vor. Der Milizverband Österreich unterstützt Starlinger und fordert die Regierung auf, den Vorschlag der Experten umzusetzen.
Die SPÖ will nur zwei statt drei Monate Milizübungen, die NEOS sind für ein Berufsheer ohne Wehrpflicht. Die endgültige Entscheidung soll Ende Juli fallen.
Was bedeutet das für dich? Wenn du überlegst, wie dein Leben als junger Mensch in Österreich aussehen könnte, geht es hier um eine grundsätzliche Frage: Wie soll die Sicherheit des Landes organisiert werden? Es geht um Steuergeld, um Pflichten – und darum, wer mitentscheidet.
