Bundeskanzler Christian Stocker hat angekündigt, bei der Reform des Wehrdienstes einen Kompromiss mittragen zu wollen.

In Österreich wird gerade diskutiert, wie der Wehrdienst in Zukunft aussehen soll. Bundeskanzler Christian Stocker von der ÖVP hat jetzt gesagt, dass er sich ein Modell vorstellen kann, bei dem man sechs Monate Grundwehrdienst leistet und danach drei Monate Milizübungen macht. Das nennt man das "6 plus 3"-Modell. Zuvor hatte seine Partei, die ÖVP, ein Modell mit acht Monaten Grundwehrdienst bevorzugt.

Die SPÖ, die mitregiert, findet das gut. Ihr Wehrsprecher Robert Laimer hat gesagt, dass ihr eigenes "Modell der Mitte" jetzt als gemeinsamer Kompromiss diskutiert wird. Die NEOS, der dritte Koalitionspartner, wollten ursprünglich einen freiwilligen Wehrdienst. Jetzt warten alle auf ihre Reaktion.

Eine Expertenkommission unter Vorsitz von Erwin Hameseder hat im Jänner verschiedene Modelle vorgestellt. Hameseder sagt, dass Soldaten mindestens acht Monate Ausbildung brauchen, um im Ernstfall einsatzbereit zu sein. Die Politiker verhandeln jetzt weiter, eine Einigung soll bis Ende Juli stehen.