Das Bundesland Thüringen will im Bundesrat, also in der Versammlung der Länder, eine Initiative starten, damit die Schulpflicht in Deutschland stark bleibt.
Hintergrund ist die AfD in Sachsen-Anhalt. Die Partei hat in ihr Wahlprogramm geschrieben, dass Eltern ihre Kinder zu Hause unterrichten dürfen sollen. Statt "Schulzwang" soll es eine "Bildungspflicht" geben. Wer zu Hause lernt, soll halbjährlich eine zentrale Prüfung schreiben, damit jemand die Leistung kontrolliert. Diese Idee wurde auch vom Thüringer AfD-Chef Björn Höcke unterstützt. Er sagt: "Die Schulpflicht kann meiner Meinung nach durch eine Bildungspflicht aufgelockert werden." Fachleute sagen aber: Wenn man die Schulpflicht wirklich lockern will, müsste dafür sogar das Grundgesetz geändert werden, also die wichtigste Regel in Deutschland.
Jetzt kommt Thüringen mit einer Gegeninitiative. Das Land will am Freitag im Bundesrat einen Antrag einbringen. Darin steht: Die Bundesregierung soll die Schulpflicht als wichtigen Teil des Bildungssystems anerkennen und Plänen, die sie schwächen, widersprechen. Auch andere Bundesländer haben ähnliche Ideen, dass man Schulpflicht lockern könnte. Thüringen will dem etwas entgegensetzen.
