Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant eine große Reform der Pflegeversicherung – und bekommt dafür viel Gegenwind.
Warken will, dass die Pflegeversicherung in Zukunft weniger Geld ausgibt und mehr einnimmt. Deshalb sollen zum Beispiel kinderlose Menschen etwas mehr Beitrag zahlen als bisher. Außerdem soll es schwerer werden, einen Pflegegrad zu bekommen, also offiziell als pflegebedürftig eingestuft zu werden. Gehaltserhöhungen für Pflegekräfte sollen begrenzt werden. Die Bundesregierung sagt: Wir müssen sparen, sonst wird die Versicherung in zwei Jahren 22,5 Milliarden Euro Verlust machen.
Viele Politiker und Verbände finden die Pläne aber ungerecht. Sie sagen: Das ist keine echte Reform, sondern ein Sparpaket, das am Ende die Falschen trifft. Die SPD im Bundestag, Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und auch Teile der CSU kritisieren, dass pflegende Angehörige weniger Rentenpunkte bekommen sollen. Cornelia Schneider vom Verein „Pflegende Angehörige“ pflegt seit Jahrzehnten ihre Familie und sagt: „Mich entsetzt das einfach total.“ Der Pflegeforscher Heinz Rothgang von der Uni Bremen sagt, das Sparziel sei so nicht zu erreichen.
