Die Bundesregierung will die Pflegeversicherung reformieren – doch der Plan sorgt für großen Streit.

Was ist passiert? Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat einen Entwurf vorgestellt, mit dem die Pflegeversicherung finanziell stabilisiert werden soll. Im nächsten Jahr fehlen dort voraussichtlich rund 7,5 Milliarden Euro, bis 2028 könnte das Loch auf 15 Milliarden Euro wachsen. Deshalb will die Regierung an vielen Stellen sparen: Der Beitrag für Kinderlose steigt leicht, einige Leistungen sollen später gezahlt werden, und die Einstufung in Pflegegrade wird nach schärferen Regeln berechnet. Für pflegende Angehörige, die zu Hause Angehörige betreuen, sollen die Rentenbeiträge ab 2027 nur noch 70 Prozent des bisherigen Betrags betragen. Das bedeutet im Alter weniger Geld aus der Rente. Viele Familien, Verbände, Länder und Kommunen finden den Plan unfair – er treffe vor allem Pflegebedürftige, Frauen und Ostdeutschland, wo Rücklagen oft kleiner sind.