Ein ARD-Experte hat die Spielweise der Elfenbeinküste vor einem WM-Spiel kommentiert – jetzt sagt der Trainer der Ivorer, das war rassistisch. Der Experte widerspricht.
Was ist passiert? Der frühere deutsche Fußballprofi Bastian Schweinsteiger arbeitet heute als Experte beim Sender ARD. Vor dem WM-Spiel zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste hat er im Fernsehen über den Spielstil der ivorischen Mannschaft gesprochen. Er sagte, afrikanischer Fußball sei manchmal „ein bisschen unorthodox, ein bisschen wild“ und nicht so stark von Taktik geprägt. Er meinte, Deutschland müsse sich auf unberechenbares Spiel einstellen. Nach dem Sieg der Elfenbeinküste gegen Curaçao hat der ivorische Trainer Emerse Faé diese Sätze als rassistisch kritisiert. Faé sagte, er sei enttäuscht, und Schweinsteiger habe früher als Weltmeister großen Respekt verdient.
Wer hilft, die Sache zu klären? Schweinsteiger hat in einer schriftlichen Stellungnahme gesagt: „Ich habe über Fußball gesprochen, nicht über Menschen. Das ist eine Fußballanalyse. Nicht mehr und nicht weniger.“ Er betonte, er habe niemandem zu nahe treten wollen. Der ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky steht hinter Schweinsteiger und sagt, er könne in den Worten keinen Rassismus erkennen. Er schlägt vor, dass Faé und Schweinsteiger sich im Laufe des Turniers direkt unterhalten. Wenn sie miteinander reden, glaubt Balkausky, lässt sich der Streit schnell ausräumen.
