In Deutschland wird in diesem Jahr wieder mehr Stahl hergestellt als zuletzt, doch die Branche selbst bleibt zurückhaltend.

Im ersten Halbjahr 2026 haben die deutschen Stahlwerke rund 18,6 Millionen Tonnen Stahl produziert. Das sind neun Prozent mehr als im gleichen Zeitraum im Jahr davor. Nach einem starken Einbruch im Jahr 2025 ist das erst mal eine gute Nachricht. Der Verband Wirtschaftsvereinigung Stahl sagt aber: Es ist noch keine richtige Erholung.

Der Grund für den Anstieg ist laut Verband vor allem ein technischer Effekt. Viele Kunden hatten weniger Stahl auf Lager und mussten nachbestellen. Die echte Nachfrage aus den großen Branchen Bau, Autos und Maschinenbau ist aber immer noch schwach. Außerdem machen hohe Energiepreise den Stahlwerken zu schaffen. Wichtige Unternehmen wie Thyssenkrupp Steel Europe bauen deshalb gerade Tausende Stellen ab.

Seit Juli 2026 gibt es neue Regeln der EU für Stahlimporte aus Ländern außerhalb der EU. Wenn diese Regeln greifen, könnte europäischer Stahl besser gegen billige Konkurrenz aus dem Ausland bestehen. Die Politik plant zßerdem riesige Investitionen in Straßen, Brücken und Schienen in den nächsten Jahren – 500 Milliarden Euro insgesamt. Davon könnte auch die Stahlbranche profitieren, wenn das Geld wirklich schnell in Aufträgen ankommt.