Expertinnen und Experten warnen: Österreich riskiert, ein wichtiges EU-Budgetziel zu verfehlen, und suchen nach Wegen aus der Schuldenfalle.
Stell dir vor, dein Land gibt mehr Geld aus, als es einnimmt – so wie viele Familien, die am Monatsende ins Minus rutschen. Genau das passiert gerade mit dem österreichischen Staatsbudget. Der Fiskalrat, ein unabhängiges Expertengremium, hat ausgerechnet: Wenn nichts passiert, wird Österreich im Jahr 2028 etwa 3,8 Prozent seiner Wirtschaftsleistung mehr ausgeben als einnehmen. Die EU erlaubt aber höchstens drei Prozent. Damit Österreich das Ziel trotzdem schafft, müssten in den nächsten beiden Jahren rund 5,7 Milliarden Euro zusätzlich eingespart werden – eine enorme Summe, die ungefähr dem entspricht, was der Staat für mehrere große Investitionen ausgeben würde.
Der Fiskalrat schlägt deshalb mehrere Hebel vor, um gegenzusteuern. Er empfiehlt Reformen im Gesundheits- und Pensionssystem, einen Abbau von Bürokratie und weniger Förderungen. Außerdem soll das effektive Pensionsantrittsalter erhöht und besser an die steigende Lebenserwartung angepasst werden. Im Gesundheitsbereich schlägt das Gremium vor, alle Einnahmen – von Steuern bis zu Sozialversicherungsbeiträgen – in einem gemeinsamen Topf zu bündeln und mit einer Hand zu planen. So soll das System effizienter werden, ohne dass die Versorgung leidet.
