Im Burgenland ist politisch gerade wenig los: Der Landtag hat Pause, der Landeshauptmann erholt sich, und auch die anderen Parteien halten sich eher zurück.

Stell dir vor, du kommst nach den Ferien in die Schule zurück und merkst: Eigentlich ist in den letzten Wochen nicht viel passiert. Genau so geht es gerade vielen Menschen im Burgenland. Der Landtag, also das Parlament des Bundeslandes, hat Sommerpause. Die Politikerinnen und Politiker sind im Urlaub oder nur wenig in der Öffentlichkeit zu sehen. Bei einem wichtigen Thema, dem Prüfbericht des Landesrechnungshofs zur angespannten Finanzlage des Landes, mussten rote Politiker aus der zweiten Reihe ausrücken.

Eine besondere Geschichte ist die von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Er ist der Chef der Landesregierung und gehört zur SPÖ. Anfang April wurde ihm der Kehlkopf entfernt, und seitdem erholt er sich. Das bedeutet: Er kann noch nicht so reden wie früher. Er arbeitet zwar wieder im Büro, leitet Sitzungen und spricht mit Leuten, die er trifft. Vor Publikum hat er aber noch keine Rede gehalten. Sein Arzt in Leipzig hat gesagt, man werde „im Sommer einen sehr aktiven Landeshauptmann erleben“ – bisher war er aber nur zweimal in der Öffentlichkeit zu sehen, in Mörbisch und am Mittwoch in Mattersburg.

Aber auch die anderen Parteien sind gerade eher ruhig. Kaum präsent sind aber auch die Oppositionsführer. Bei der ÖVP fällt vor allem Bernd Strobl auf, der Chef der ÖVP-Abgeordneten im Landtag. Bei der FPÖ gibt es Streit im Hintergrund: Hans Tschürtz, der Zweite Landtagspräsident, möchte, dass auf dem Parteitag im Herbst jemand gegen den aktuellen Chef Alexander Petschnig antritt, damit die Partei neuen Schwung bekommt. Bei den Grünen ist Anja Haider-Wallner sowohl Stellvertreterin des Landeshauptmanns als auch Parteichefin – diese Rolle fällt aber gerade kaum jemandem auf. „Dass LH-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner auch Parteichefin ist, hat man schon glatt vergessen“, schreibt die Zeitung dazu.