In Berlin streiten Fachleute darüber, ob ein Bunker aus der Zeit des Nationalsozialismus abgerissen werden soll, damit dort neue Wohnungen entstehen können.
Auf einem unauffälligen Grundstück in Berlin-Mitte liegt unter der Erde ein alter Bunker. Er gehört zum Gelände der sogenannten Neuen Reichskanzlei, dem früheren Regierungsgebäude von Adolf Hitler. Dieser Bunker ist laut Fachleuten der letzte erhaltene Bunker aus der Vorkriegszeit im alten Regierungsviertel der Nazis. Rund 1.200 Quadratmeter gibt es noch davon, die Wände sind jeweils 1,70 Meter dick. Jetzt soll ungefähr die Hälfte des Bunkers abgerissen werden. An der Stelle sollen ein Haus mit 66 Wohnungen und ein Bürogebäude mit sechs Stockwerken gebaut werden.
Mehrere Menschen und Gruppen setzen sich dafür ein, dass der Bunker erhalten bleibt. Der Verein Berliner Unterwelten zeigt Besucherinnen und Besuchern seit vielen Jahren historische Bunker und macht damit gute Erfahrungen. Dietmar Arnold, der Vorsitzende des Vereins, sagt: "Das ist nur ein vorgeschobenes Argument. Der Verein Berliner Unterwelten zeigt seit Jahren erfolgreich, wie man sich mit solchen Gebäuden auseinandersetzen kann, ohne sie gleich abzureißen." Arnold schlägt vor, am Ort eine Ausstellung zum Ende des Zweiten Weltkriegs einzurichten. Auch das Berliner Landesdenkmalamt und der Landesdenkmalrat sehen in dem Bunker etwas Wertvolles: ein Zeugnis der Geschichte, das nicht verloren gehen sollte. Der Denkmalrat hat im März 2025 empfohlen, den Bunker unter Schutz zu stellen.
