Die Bundesregierung will kleinere Solaranlagen ab 2027 kürzer fördern. Umweltverbände, Solarfirmen und die Opposition finden das falsch.

Was ist passiert? Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat einen Plan vorgestellt, nach dem neue, kleine Solaranlagen auf Hausdächern nur noch drei Jahre lang eine feste Vergütung für den Strom bekommen sollen, den sie erzeugen. Danach müssen die Besitzerinnen und Besitzer ihren Strom an der Strombörse verkaufen. Das Problem: An der Börse schwanken die Preise stark und sind kaum vorhersehbar. Viele Menschen würden sich dann wahrscheinlich gar keine Solaranlage mehr aufs Dach bauen lassen, fürchten Verbände.

Wer hilft oder kritisiert? Mehrere Verbände und Politikerinnen schlagen Alarm. Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft sagt, Zehntausende Jobs in der Branche seien in Gefahr. Ursula Heinen-Esser vom Bundesverband Erneuerbare Energien wirft der Regierung vor, sie schaffe Unsicherheit statt Vertrauen. Auch Umweltorganisationen wie die Deutsche Umwelthilfe und Oppositionsparteien wie die Linke und die Grünen finden den Plan falsch. Die Ministerin sagt dagegen, sie wolle die Förderkosten senken und trotzdem das Klimaziel erreichen, bis 2030 achtzig Prozent Ökostrom zu haben.