Im Wiener Marktamt gibt es Ärger: Nach dem Chef musste jetzt auch sein Stellvertreter seinen Posten räumen.

Was ist passiert? Im Wiener Marktamt, das ist eine Behörde der Stadt Wien, die zum Beispiel Märkte und Lebensmittelkontrollen betreut, hat es in den letzten Wochen schwere Vorwürfe gegeben. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben dem Chef der Behörde vorgeworfen, dass er rassistische und sexistische Sprüche gesagt haben soll. Außerdem soll er Mitarbeiter schlecht behandelt und gemobbt haben, also gezielt fertig gemacht haben. Eine Weihnachtsfeier im Jahr 2022 soll einer der Auslöser gewesen sein. Nachdem diese Vorwürfe durch eine Zeitung öffentlich wurden, ist der Chef zurückgetreten. Jetzt wurde auch sein Stellvertreter in eine andere Abteilung versetzt, also quasi an einen anderen Arbeitsplatz geschickt.

Wer hilft jetzt? Die Stadt Wien hat eine eigene Revision, das ist so etwas wie eine interne Kontrollpolizei, die seit Anfang Juli rund um die Uhr den Fall untersucht. Es gibt auch den Unabhängigen Bedienstetenschutzbeauftragten (UBSB), das ist eine eigene Stelle, bei der sich Mitarbeiter melden können, wenn sie am Arbeitsplatz schlecht behandelt werden. Die Gewerkschaft younion unterstützt die betroffenen Beschäftigten ebenfalls.

Was kannst du tun? Wenn du mitbekommst, dass jemand in deinem Umfeld gemobbt oder ausgegrenzt wird, sag etwas. Du kannst dich an Vertrauenspersonen, an die Gewerkschaft oder an ähnliche Anlaufstellen wenden. Wichtig ist: Schweigen hilft den Falschen. Wer sich traut, hinzuschauen und zu reden, macht den Arbeitsplatz für alle besser.