Die Schweiz hat zum ersten Mal 18 wertvolle Kunstwerke, die Benin-Bronzen, an Nigeria zurückgegeben, mehr als 130 Jahre nachdem britische Kolonialsoldaten sie geraubt hatten.

Was ist passiert? Bei einer feierlichen Zeremonie in der Stadt Lagos hat die Schweiz offiziell 18 Objekte aus drei Schweizer Museen an Nigeria übergeben. Dazu kommt ein bronzener Armreif und vier alte Steinstelen. Diese Stücke wurden 1897 von britischen Soldaten aus einem Königspalast im heutigen Nigeria gestohlen. Das bekannteste Stück ist der Kopf eines Königs, der aus Messing besteht, etwa 52 Zentimeter gross ist und ungefähr 5 Kilogramm wiegt. Die nigerianische Regierung will die Stücke an den heutigen König von Benin, Oba Ewuare II., weitergeben.

Wer hilft? Auf Schweizer Seite hat Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider die Rückgabe gemeinsam mit Nigerias Kulturministerin Hannatu Musa Musawa organisiert und ein neues Abkommen gegen den illegalen Handel mit alten Kunstwerken unterzeichnet. Die beiden Länder wollen weiter zusammenarbeiten, zum Beispiel mit einem Schreibprogramm für 13 nigerianische Autorinnen und Autoren. Sie schreiben je einen Text zu jedem zurückgegebenen Objekt, die dann beim Literaturfestival «Zürich liest» vorgestellt werden. Die Direktorin des Zürcher Völkerkundemuseums, Alice Hertzog, sagt: «Jedes Objekt erhält damit eine eigene Begrüssung.»