Ein automatischer Algorithmus hat zwei Arbeiten des berühmten Physikers Max Planck aus den 1940er Jahren aus dem Online-Archiv einer Zeitschrift entfernt – obwohl sie keine Urheberrechtsverletzungen waren.
Stell dir vor, du suchst einen alten Text im Internet und findest nur noch eine leere Seite. Genau das ist Forschern aus Kanada passiert, als sie zwei Werke von Max Planck lesen wollten. Planck war der Begründer der Quantenphysik und hat vor fast 100 Jahren wichtige Fragen zur Natur gestellt. Seine Texte "Naturwissenschaften und die reale Außenwelt" (1940) und "Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaft" (1942) galten als verschollen, bis die Wissenschaftshistoriker Yves Gingras und Mahdi Khelfaoui dem Fall nachgingen.
Die beiden Forscher fanden heraus: Der Verlag Springer Nature hat die Texte durch einen automatischen Computer-Check gelöscht. Solche Algorithmen prüfen, ob etwas doppelt veröffentlicht wurde oder Rechte verletzt. Damals war es aber normal, denselben Text in mehreren Zeitschriften zu veröffentlichen – das machten sogar Albert Einstein und andere berühmte Wissenschaftler so. Der Algorithmus kannte diesen historischen Hintergrund nicht und hat deshalb falsch reagiert.
