Mehrere Rettungsorganisationen in Österreich fordern, dass Sanitäterinnen und Sanitäter künftig viel besser ausgebildet werden – und sie haben konkrete Zahlen mitgebracht.

Was ist passiert? Am Donnerstag haben sich in Wien Vertreterinnen und Vertreter von großen Rettungsorganisationen getroffen. Sie haben gesagt: In Österreich fahren Sanitäterinnen und Sanitäter zu Notfällen, die nur rund 300 Stunden Ausbildung haben. In Ländern wie Deutschland oder der Schweiz ist eine dreijährige Ausbildung – oft sogar ein eigenes Studium – schon lange normal. Die Organisationen wollen, dass Österreich nachzieht, und fordern eine Reform des Sanitätergesetzes. Das Gesetz ist über 20 Jahre alt und erlaubt Sanitäterinnen und Sanitätern derzeit nur Hilfstätigkeiten, also nicht selbst zu entscheiden, ob jemand ins Spital muss oder nicht.

Wer hilft weiter? Die Plattform Notfallmedizin hat sich zusammengeschlossen, um Druck auf die Politik zu machen. Mitglieder sind zum Beispiel die ÖGARI (Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin) und die ÖNK (Österreichische Gesellschaft für Notfall- und Katastrophenmedizin). Auch die Bundesregierung hat das Thema erkannt: In ihrem Programm steht, dass es ein neues Sanitätergesetz geben soll. Gesundheits-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) hat bestätigt, dass an einer Reform gearbeitet wird. Sogar alle Parlamentsparteien haben sich grundsätzlich bereit erklärt, das Gesetz zu erneuern.