In Wien steht ein Anästhesist vor Gericht, weil eine 55-jährige Frau nach einer Zahn-OP gestorben sein soll.
Im Oktober 2024 wurde eine 55-jährige Frau aus Wien in einer Zahnarztpraxis unter Vollnarkose an einem komplexen Eingriff am Kiefer operiert. Während der Narkose kam es zu einem Notfall, die Frau wurde in ein Spital gebracht und starb dort wenige Tage später. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Anästhesisten jetzt grob fahrlässige Tötung vor, also eine sehr schwere Form von Fahrlässigkeit. Der Angeklagte sagt, es habe einen technischen Defekt am Narkosegerät gegeben, und bestreitet die Schuld. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung, das heißt, er gilt so lange als unschuldig, bis das Gericht etwas anderes entscheidet.
Der Fall wird seit Dienstag vor dem Wiener Landesgericht verhandelt. Wichtige Spuren sind allerdings schwierig zu sichern: Der Beatmungsbeutel, der laut Anklage gerissen sein soll, wurde bereits am Tag nach dem Vorfall entsorgt. Eine Mitarbeiterin der Praxis sagte dazu, man habe zu dem Zeitpunkt noch nicht gewusst, dass die Patientin sterben werde. Fachleute und Behörden prüfen nun, wie sicher Vollnarkosen in Zahnarztpraxen wirklich sind. Auch der Angeklagte selbst hat angegeben, solche Eingriffe nur noch in Kliniken mit Notfallteam vorzunehmen. Ärztinnen und Ärzte sowie Patientenschutzorganisationen begleiten das Verfahren aufmerksam und fordern klare Regeln für Gerätechecks, Notfallpläne und die Anwesenheit von Fachpersonal.
