Ein Gericht hat den großen Plan für das Ruhrgebiet gekippt, und das Ruhrparlament diskutiert diese Woche zum ersten Mal, was das bedeutet.

Stell dir vor, jemand macht einen Masterplan für deine Stadt: Wo dürfen Häuser gebaut werden, wo stehen Windräder, wo wird Kies aus dem Boden geholt? Genau das ist der Regionalplan Ruhr – ein riesiger Plan, der festlegt, wie die Flächen im Ruhrgebiet in den nächsten Jahrzehnten genutzt werden. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat diesen Plan jetzt komplett für ungültig erklärt. Eine Richterin oder ein Richter sagte am Ende einer mündlichen Verhandlung: So nicht, der Plan hat Fehler.

Normalerweise streiten sich Städte und Gemeinden über ganz konkrete Fragen: Darf hier ein neues Gewerbegebiet entstehen? Wo soll Natur geschützt werden? Wo wird Sand und Kies für den Beton abgebaut? Genau um den Sand- und Kiesabbau am Niederrhein hatten unter anderem der Kreis Wesel und einige Kommunen geklagt. Das Gericht hat am Ende aber nicht nur diese eine Regelung beanstandet, sondern den gesamten Plan kassiert.