Forscher haben herausgefunden, dass Pflanzenwurzeln faulige Stellen im Boden einfach umgehen – und das ziemlich clever.
Hast du gewusst, dass Pflanzenwurzeln gar nicht einfach stumpf nach unten wachsen? Ein Forschungsteam aus Österreich und China hat gezeigt, dass Wurzeln aktiv einen Bogen um fauliges Pflanzenmaterial machen – also um verrottende Äpfel, Blätter oder Sägemehl im Boden. Auf modernes, frisches Fleisch haben sie dagegen gar nicht reagiert. Komische Stelle im Boden? Einfach drum herum wachsen!
Die Forscher haben das Phänomen „Saprotropismus" getauft. „Sapros" kommt aus dem Griechischen und bedeutet „verfault". Sie haben das an einer kleinen Laborpflanze (Acker-Schmalwand) und an echten Nutzpflanzen wie Raps, Tomaten und Weizen getestet – überall haben die Wurzeln das Gleiche gemacht.
Wie funktioniert das? Ganz einfach: Pilze zersetzen tote Pflanzen und geben dabei Säuren ab. Diese Säuren machen den Boden in der Nähe etwas saurer. Die Wurzel spürt den Unterschied auf ihren zwei Seiten – die eine Seite ist saurer, die andere weniger – und wächst einfach zur weniger sauren Seite. Das Hormon Abscisinsäure (kurz ABA) hilft ihr dabei.
