In Peru hat die konservative Politikerin Keiko Fujimori eine sehr knappe Wahl gewonnen und wird neue Präsidentin.

Bei der Stichwahl am 7. Juni bekam Keiko Fujimori 50,1 Prozent der Stimmen, ihr Gegenkandidat Roberto Sanchez nur 49,9 Prozent. Insgesamt wurden etwa 18 Millionen Stimmen abgegeben – der Unterschied war also winzig. Fujimori sagte nach dem Sieg: „Dies ist der Beginn einer neuen Phase“ und „Wir nehmen sie mit Verantwortung, Demut und einem tiefen Pflichtgefühl an.“

Fujimori ist 51 Jahre alt und die Tochter eines früheren Präsidenten, der Peru von 1990 bis 2000 regiert hat. Schon dreimal vorher hat sie versucht, Präsidentin zu werden – jetzt hat es beim vierten Versuch geklappt. Sanchez will das Ergebnis allerdings nicht anerkennen. Fujimori tritt ihr neues Amt am 28. Juli an.

Die Wahl in Peru passt zu einem großen Trend in Lateinamerika: In vielen Ländern gewinnen gerade rechte Politikerinnen und Politiker – in Argentinien, Chile, Bolivien, Ecuador und Paraguay zum Beispiel. Viele Wählerinnen und Wähler sind unzufrieden, weil sich ihre Lebenssituation kaum verbessert hat. Themen wie Sicherheit und Migration stehen bei den neuen Regierungen ganz oben.

Fujimori hat angekündigt, hart gegen organisierte Kriminalität vorzugehen, ähnlich wie andere rechte Präsidenten in der Region. Peru hatte in den letzten Jahren allerdings ständig politische Krisen und schon neun Präsidenten seit 2016 – deshalb wird es spannend, wie lange Fujimori sich im Amt halten kann.